Wozu wir Ziele brauchen, wie gute Ziele zu formulieren und zu erreichen sind – und wie Coaching dabei helfen kann

Agiler werden als Organisation, entstresster werden als Führungskraft, mehr Sport machen als Mensch: Gerade am Jahresbeginn ist viel von Vorsätzen, Plänen, Zielen die Rede. Aber wieso macht es überhaupt Sinn, sich mit Zielen zu befassen? Welche Ziele sollen wir verfolgen – welche lieber nicht? Wie erreichen wir sie – und was hat Coaching damit zu tun? Darum geht es in diesem Beitrag.
Wozu ein Wohin?
Welche Vorhaben verfolgen Sie gerade so – berufliche und private? Wieso haben Sie sich die Ziele gesetzt – genauer gesagt: verfolgen Sie diese Ziele aus eigenem Antrieb – oder wurden diese Ihnen von außen aufgedrückt, eingeredet? Was machen Ziele mit Ihnen, mit Ihrer Motivation?Wir Menschen leben mehr in der Zukunft als jede andere Spezies – Giraffen schließen keine Bausparverträge ab, Schimpansen halten keine Diät, Frösche schreiben sich keine Neujahrsvorsätze samt Aktionsplänen in ihren Kalender. Ziele aufzustellen ist etwas sehr exklusiv menschliches. Ziele sind eine innere Repräsentation eines gewünschten künftigen Zustandes. Sie organisieren unser Denken, sie können als innere Bilder in uns wohnen, mit starken, positiven Gefühlen verbunden sein – und damit Zuversicht und Optimismus stärken, gerade in diesen Zeiten von Ungewissheit, Umbruch, Unmut. Sie fokussieren uns und können uns im Alltag helfen, zwischen wichtigem („passt zu meinen Zielen“) und unwichtigem („passt nicht zu meinen Zielen“) zu unterscheiden. Und sie ziehen uns in die Zukunft. „Set goals… enthusiasm follows“, hat Martin Seligman, der Begründer der Positiven Psychologie, einst sehr richtig geschrieben.
Zugkräftige Ziele aufstellen und erreichen
Ziele können eine Richtung haben (weg von oder hin zu); sie können unterschiedliche Zeithorizonte haben (morgen, bis Monatsende, bis zu den Sommerferien); mal sind sie eher privat, mal eher beruflich; sie können unterschiedlich wichtig für uns sein; sie können eher mit uns selbst zu tun haben (mehr Sport, weniger Gewicht) oder eher mit unserer Verbindung zu anderen (mehr Quality Time mit der Familie, mehr schöne Events mit dem Team nach Feierabend); mal sind sie vager, mal spezifischer formuliert etc. Und sie haben natürlich bestimmte Inhalte – die eher förderlich oder nicht so günstig sind für unser Wohlbefinden. Ziele, die den „American Dream“ befördern (mehr Follower, dünner sein, mehr Geld haben) machen uns in der Regel nicht dauerhaft glücklich. Es sind eher Haben-, Kriegen- oder Brauchen-Ziele. Vorhaben hingegen, die auf unsere Grundbedürfnisse Autonomie, Kompetenz/Selbstwirksamkeit und Verbundenheit einzahlen, die mit unserem Lebenssinn in Verbindung stehen, also Sein- oder Tun-Ziele, führen meist zu mehr Tatkraft und Wohlbefinden (). Wie aber konkret sinnvolle Ziele finden und aufstellen? Die SMART-Formel kennen Sie sicher basierend auf ihr sind gute Ziele
- spezifisch,
- messbar,
- attraktiv,
- realistisch
- und terminiert.
Aus meiner Sicht ist diese Formel sowohl über- als auch unterschätzt: So manches Ziel würde fassbarer, konkreter, erreichbarer, wenn es SMARTer formuliert würde – einerseits. Andererseits sind SMARTe Ziele häufig Endpunkte, und wenn diese erreicht sind, stehen die nächsten Ziele an (Judith Mangelsdorf: Positive Psychologie im Coaching, 2019). Besser ist es, Ziele als Steine zu verstehen, über die wir hüpfen können, um einen Fluss zu überqueren, oder auch mal als Sterne, die uns den Weg, die Richtung weisen, ohne dass wir sie immer konkret erreichen müssten oder könnten. In Anlehnung an Daniela Blickhahn („Positive Psychologie und Coaching“, 2021) schlage ich daher die POSSITIV-Formel vor:
- Positiv: Den gewünschten Zielzustand in den Blick nehmen – und den Problemsumpf einfach mal gedanklich beiseite schieben. Hin-zu- oder Annäherungsziele aktivieren unsere Motivation in der Regel günstiger als Weg-von- oder Vermeidungsziele.
- Oekologisch: Unser soziales Umfeld hat einen enormen Einfluss auf unsere Ziele und deren Erreichung oder Nichterreichung. Nützliche Fragen bei der Formulierung von Plänen könnten daher sein:
- Wer in unserem/meinem Umfeld kann für mein Vorhaben nützlich und hilfreich sein?
- Wer könnte welche Einwände und Probleme gegen das Ziel vorbringen?
- Wie gehe ich/gehen wir dann damit um?
- Sinnlich erlebbar: Ein bisschen Spinnen und Phantasie ist beim Aufstellen von Zielen erlaubt und hilfreich: Angenommen, mein Vorhaben ist zu 100% umgesetzt – was ist dann anders, besser, leichter, wie sieht das aus, vielleicht sogar: wie hört sich das an, wie fühlt sich das an? Je konkreter, erlebbarer, multikanaliger die Zielrepräsentation, desto hilfreicher für die Mühen der Ebene auf dem Weg zur Zielerreichung!
- Stärkenfokus: Welche Stärken, welche Erfahrungen helfen mir auf dem Weg zu meinem Ziel? (https://www.coachhub.com/de/blog/staerkenorientierung-im-coaching)
- Individuell: Wünschen kann man sich ja vieles. Aber Ziele aufstellen weit jenseits dessen, auf das ich überhaupt Einfluss oder gar Kontrolle habe? Lieber gar nicht erst verfolgen! Lieber auf das fokussieren, was ich wirklich gestalten und verändern kann.
- Testbar: Ein gutes Kuchenrezept gibt an, wieviel Butter, wieviel Mehl und wieviele Eier hineinkommen. Und ein guter Plan hat ein konkretes Wann, Wie, Wo. Je leichter abzulesen ist, ob ich einem (Zwischen-)Ziel auch wirklich näher komme oder es sogar erreiche, desto größer die Motivation. Als Faustregel lässt sich dabei sagen: Je weniger erfahren, kompetent ich bei der Verfolgung eines Zieles bin, desto wichtiger ist es, von Anfang an zurückzuschauen auf die bereits zurückgelegte Wegstrecke. Und je weiter ich schon gekommen bin, desto motivierender ist der Blick auf die noch zu meisternde Wegstrecke (Ayelet Fishbach: Get It Done Surprising Lessons from the Science of Motivation, 2022).
- Interessant: Wie relevant, wie wichtig, wie attraktiv ist Ziel X oder Plan Y wirklich für mich? Je stärker die innere Motivation, desto größer der Antrieb, den Plan zu verfolgen.
- Visionär: Wie gesagt, bei SMARTen Zielen geht es eher um die kleine, machbare, inkrementelle Verbesserung. Visionäre, mutige Träume, große, haarige Ziele bereiten uns Kribbeln. Kim Cameron spricht hier von den so genannten Everest-Zielen, also von Vorhaben,
- die eine echte positive Abweichung darstellen
- deren Verfolgung an sich wertvoll ist
- die wenig oder ungenutzte Stärken oder Potenziale ausschöpfen
- die einen Beitrag zu einem größeren Ganzen leisten
- die fühlbar mehr Schub und Attraktivität ausstrahlen als kleine, inkrementelle Mikro-Optimierungen.
Na, wie POSSITIV sind Ihre Vorsätze – und die Ihres Teams, Ihrer Mitarbeitenden? Wie könnten man sie POSSITIVer gestalten? Vielleicht ja ein Thema für das Abteilungs-Kick-Off für das neue Jahr? Oder für ein Coaching?
Bessere Ziele durch Coaching
Man kann verschiedene Haltungen zu Coaching haben. Sehr problemorientiertes Coaching, das die Ursachen und Gründe für Störungen und Defizite genauer verstehen will? Aus meiner Sicht wenig hilfreich und wenig energetisierend! Rein zielfokussiertes Coaching, um möglichst fix von (unerwünschtem) Zustand A zu (erwünschtem) Zustand B zu kommen: Das war lange Zeit der Mainstream im Coaching, Ziele standen im Vordergrund.Für mich ist Coaching mehr und damit auch anderes: ein wachstumsorientierter Lernprozess. Für mich sind dabei die Forschungs-Erkenntnisse der Positiven Psychologie unabdingbar, um der Verantwortung gerecht zu werden, die wir als Coach:innen haben – schließlich kann unsere Arbeit ja starken Einfluss nehmen auf das Denken, Handeln, Fühlen der Coachees. Apropos Fühlen: Ein aktiver, konstruktiver Umgang mit Emotionen, den angenehmen und den weniger angenehmen, ist explizit oder implizit Teil quasi aller erfolgreichen Coaching-Prozesse. Und damit sind wir wieder beim Thema Ziele:Denn Coaching kann eine wunderbare Begleitung bieten bei der
- Suche
- Formulierung
- Priorisierung
- Verfolgung
- und Erreichung von Zielen.
Wo will ich eigentlich hin? Wieso ist mir das wichtig? Wer und was kann mir dabei helfen? Was kann dabei hinderlich sein – und wie gehe ich damit um? Wie markiere ich, wie feiere ich Etappensiege und Zwischenerfolge? Gute Coaches helfen und unterstützen in diesen Fragen.Viel Spaß und viel Erfolg dabei!
FAQ
Digital transformation is about redesigning how organizations operate, compete and create value in a rapidly evolving environment.
However, AI only delivers transformative impact when it is integrated into workflows, leadership practices and cultural norms. Without behavioral change and organizational redesign, AI remains a powerful tool with limited strategic impact.
When embedded effectively, AI strengthens innovation and increases agility, making it both a catalyst and a core capability within digital transformation.
Assessing AI readiness goes beyond evaluating technical infrastructure. It requires examining leadership alignment and organizational capability for change.
Businesses should consider:
- Do leaders share a clear and consistent vision for AI?
- Are workflows and roles being redesigned to integrate AI effectively?
- Do managers have the skills to guide their teams through uncertainty?
- Are employees confident in using AI responsibly and strategically?
- Is there a structured plan to support behavioral change over time?
AI readiness is as much about mindset and capability as it is about technology, since organizations that are prepared to invest in leadership development, change agility and performance measurement are significantly better positioned to translate AI ambition into sustained results.
The biggest challenges of AI adoption are rarely technical. They are behavioral and organizational. Common barriers include cultural resistance, fear of being replaced, lack of clarity around expectations and insufficient leadership alignment.
Many organizations underestimate the need for sustained reinforcement. A one time rollout or training program is rarely enough. Without ongoing support, accountability and reflection, initial enthusiasm fades and adoption plateaus.


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