Die zehn beliebtesten digitalen Coaching Übungen

Obwohl jede Coaching-Erfahrung individuell ist, bleibt das Ziel letzten Endes dasselbe: Menschen zu helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Bei CoachHub betrachten wir Coaching als die Zusammenarbeit mit Kund:innen in einem kreativen Prozess, der sie zum Nachdenken anregt und sie inspiriert, die beste Version ihrer selbst zu werden. Der Coaching-Prozess ist zukunfts- und zielorientiert und soll interne wie externe Ressourcen aktivieren. Insgesamt ist das Coaching ein sehr persönlicher und maßgeschneiderter Prozess. Doch viele Coaches nutzen auch allgemein bekannte Übungen, die wissenschaftlich anerkannt sind und sich als effektiv bewährt haben. Im Folgenden stellen wir die zehn beliebtesten digitalen Coaching Übungen vor.

 

1. Self-Assessments und Übungen zur Selbstreflexion

Um sich über individuelle Ziele sowie das eigene Wachstumspotenzial klar zu werden und gleichzeitig die Selbstwahrnehmung zu schärfen, beginnen die meisten digitalen Coaching-Initiativen mit einer Art psychometrischem Test oder Selbstreflexion. Diese anfänglichen Assessments helfen, die aktuelle Situation von Coachees zu klären, und dienen als Maßstab, an dem künftige Fortschritte gemessen werden. Laut Liz Pavese, Ph. D., Senior Behavioral Scientist bei CoachHub, kann ein Assessment den Coachees am Anfang ihrer Coaching-Journey helfen, die eigenen Stärken und Entwicklungspotenziale zu reflektieren.

Ein paar gängige Self-Assessment-Methoden im digitalen Coaching sind das Myers Briggs Type Inventory (MBTI), die Fundamental Interpersonal Relations Orientation (FIRO), der 16PF-Fragebogen und das CliftonStrengths Assessment. Alle CoachHub-Coachees absolvieren vor ihrer ersten digitalen Session ein anfängliches Self-Assessment.

Anne Scoular, Organisationspsychologin und Business-Coach, meint, dass Assessments den Coaching-Prozess vor allem in zweierlei Hinsicht verbessern können: Erstens können Assessments Coaches helfen, ihre Kund:innen schon in den frühen Phasen des Coaching-Prozesses besser zu verstehen, und zweitens können „… Assessments im Coaching die wichtigste Lektion bzw. Erkenntnis (für Coachees) liefern“.

 

2. Nachbesprechung von Echtzeit-Feedback

Self-Assessments und Selbstreflexion sind bedeutende Aspekte des Coaching-Prozesses. Wichtig ist allerdings auch, Feedback von Managern und Kolleg:innen nachzubesprechen. Dazu HBR: „Wenn Führungskräfte herausfinden, dass andere Personen sie anders sehen, als sie beabsichtigen bzw. als sie gesehen werden möchten, haben sie die Wahl: Sie können entweder die Art und Weise, wie sie sich selbst sehen, neu definieren oder ihr Verhalten ändern.“

Auch wenn sich viele Unternehmen wie Deloitte und Microsoft von veralteten Leistungsbeurteilungen verabschiedet haben – die von manchen als „Relikt des Industriezeitalters“ angesehen werden –, schätzen moderne Organisationen immer noch den Nutzen von Pulsbefragungen, ausführlichen Mitarbeitergesprächen und Statusmeetings sowie 360-Grad-Echtzeit-Feedback. Für den Coaching-Prozess kann es sehr nützlich sein, diese Art Feedback nachzubesprechen.

 

3. Strategische Zielentwicklung

Das Setzen von Zielen ist Liz Pavese zufolge als lösungsorientierter Prozess ein extrem wichtiger Teil des Coachings. Während der Zielentwicklung legen Coachee und Coach Meilensteine, Coaching Übungen und Micro-Learnings fest. Der Zielsetzungsprozess variiert von Coach zu Coach, doch die meisten Ziele gehen auf die Lücken und Schwächen zurück, die in den anfänglichen Assessments beleuchtet wurden.

In der turbulenten Zeit während der COVID-19-Pandemie arbeitete Japan Tobacco International (JTI) mit CoachHub zusammen, um seine Angestellten besser zu unterstützen. Jüngste Daten unseres Kunden JTI zeigen, dass das Coaching 89% der Coachees geholfen hat, ihre Ziele zu erreichen. Zielsetzungsübungen sind ein essenzieller Bestandteil des digitalen Coachings.

Mögliche konkrete Ziele sind etwa die Steigerung des Mitarbeiterengagements, Performance-Ziele wie die Verbesserung der Konfliktmanagementfähigkeiten oder Talententwicklungsziele wie die Unterstützung von Personen, die zum ersten Mal eine Führungsposition übernehmen. Die einzelnen Ziele werden in der Regel mithilfe eines Frameworks wie etwa SMART definiert, das verwendet wird, um spezifische, messbare, ausführbare, relevante und terminierte Ziele festzulegen.

 

4. Achtsame Journaling-Übungen

Journaling ist eine vielseitige Übung, die in vielen Situationen und Coaching-Beziehungen eingesetzt wird. Coaches können auf offenes Journaling oder spezifische Journaling-Frameworks wie die Conflict Coaching Road Map for Journaling setzen. Hierbei handelt es sich um ein Framework, das den Betroffenen hilft, ihren Umgang mit Konflikten zu reflektieren und zu verbessern.

Laut SHRM kann Journaling dazu eingesetzt werden, „… sich Emotionen und Verhaltensweisen bewusst zu machen und den Zielfortschritt zu verfolgen“. Wenn Coachees nicht wissen, wie sie das Journaling beginnen sollen, können Coaches ein paar Anregungen bieten. Nancy Adler, Professorin für Organisationsverhalten, empfiehlt, beim Journaling Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel „Wie fühle ich mich in diesem Moment?“ und „Was bedarf meiner absoluten Aufmerksamkeit in meiner Mitarbeiterführung, in meinem Leben und in der Welt?“.

Als eine weitere gängige Journaling-Methode nennt Pavese das Future-Self-Journaling. Hier werden Coachees gebeten, sich ihre Zukunft vorzustellen und zu beschreiben, wie sie aussieht und wie sie sich anfühlt. „Indem Coachees ihr zukünftiges Ich visualisieren“, so Pavese, „können sie herausfinden, wie sie ihre Ziele feinjustieren können, sodass sie besser mit der künftigen Version ihres Ichs übereinstimmen. Dies kann eine große Hilfe auf ihrem Weg sein.“

 

5. Identifizierung grundlegender Werte und Prinzipien

Werteübungen sind sehr beliebt im digitalen Coaching, weil – wie Pavese sagt – „klar definierte Grundwerte einen sehr wichtigen und nützlichen Indikator liefern, um besser zu verstehen, was einer Person wirklich am Herzen liegt. Die Grundwerte von Coachees dienen oft als Kompass und helfen ihnen, Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen entsprechend auszurichten.“ Studien zufolge kann eine Ausrichtung an den Werten auch das Mitarbeiterengagement steigern.

Coaches geben ihren Coachees oft Mikroaufgaben, die ihnen helfen, ihre Grundwerte zu definieren und einen größeren Sinn in dem zu finden, was sie tun. Gängige Coaching Übungen sind etwa ein Ranking von Werten aus einer Liste, das Arbeiten mit Wertekarten oder die Erstellung eines Lebensrads. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn durch die Definition ihrer Werte können Coachees auf einfachere Weise die Anteile ihrer Arbeit maximieren, die ihnen ein Gefühl der Sinnhaftigkeit gibt (und Aufgaben minimieren, die nicht mit ihren Werten im Einklang stehen). So konnten 91% der CoachHub-Coachees nach dem digitalen Coaching einen größeren Sinn in ihrer Arbeit finden.

6.Coaching Übungen zum Thema Dankbarkeit

Dankbarkeitsübungen kommen oft im digitalen Coaching zum Einsatz, weil Harvard Health zufolge „… ein Großteil der veröffentlichten Studien [zum Thema Dankbarkeit] einen Zusammenhang zwischen der Dankbarkeit und dem Wohlbefinden einer Person aufweist“. Dazu Pavese: „Wenn Coachees aufgeschlossener und optimistischer werden möchten, ist eine Dankbarkeitsübung genau das Richtige, um sozusagen ihren ‚Optimismusmuskel‘ zu trainieren.“

Besonders beliebt bei Coaches ist die vom amerikanischen Psychologen Martin Seligman entwickelte Übung Drei gute Dinge. Hier müssen Coachees jeden Tag drei Dinge aufschreiben, die gut gelaufen sind, sowie den Grund dafür nennen. Wissenschaftler fanden heraus, dass die „Drei gute Dinge“-Übung das Glücksgefühl steigerte und depressive Symptome nach sechs Monaten reduzierte.

 

7. Entwicklung und Training von Kommunikationskompetenzen

Die Kommunikation ist das A und O, ganz besonders in unsicheren Zeiten (wie die Pandemie gezeigt hat). In der Tat zeigen Studien von CoachHub, dass beim mittleren und oberen Management Kommunikationskompetenzen die am häufigsten genutzten Soft Skills sind. Daher helfen viele digitale Coaches ihren Coachees, mithilfe von Konzepten wie gewaltfreier Kommunikation und aktivem Zuhören ihre Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln und zu trainieren.

Ihre Fähigkeit, aktiv zuzuhören, können Coachees etwa trainieren, indem sie in einem Rollenspiel mit ihren Coaches die Emotionen ihres Gegenübers wiedergeben. Das kann sich so anhören: „Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Sie frustriert, weil Ihr Manager Ihnen etwas gesagt hat und Ihr Kollege etwas völlig anderes. Ist das korrekt?“

 

8. Förderung der Resilienz und Emotionsregulation

Resilienz bzw. die Fähigkeit, schwierige oder stressige Situationen zu meistern, steht weit oben auf der Liste der Kompetenzentwicklungsziele von Coachees. Erfreulicherweise gibt es Wege, die Resilienz zu stärken und die Emotionsregulation zu lernen – eine Fähigkeit, die eng mit der Resilienz verbunden ist. CoachHub-Daten zeigen: 85% der Manager, die von CoachHub gecoacht wurden, schneiden bei Soft Skills wie Agilität und Resilienz besser ab als ihre Kolleg:innen.

Mithilfe verschiedener Coaching-Übungen können Coaches ihre Coachees dabei unterstützen, emotionale Resilienz aufzubauen. Es gibt einige beliebte Mikroaufgaben, wie zum Beispiel die Beschreibung von Emotionen (d. h. Coachees sagen, wie sie sich fühlen), Achtsamkeitstechniken und das Einlegen von Pausen zum Abschalten.

 

9. Zelebrierung von Leistungen und Erfolgen 

Coaching bietet den Teilnehmenden Raum und Zeit, um einen Gang herunterzuschalten, ihre Leistungen anzuerkennen und zu feiern – etwas, womit viele Schwierigkeiten haben. Erfolge feiern bedeutet, sich selbst die Erlaubnis zu geben, innezuhalten und sich über bereits Erreichtes zu freuen.

Um Coachees zu helfen, ihre Leistungen zu feiern, könnten Coaches während der Session zum Beispiel Folgendes fragen: „Wie werden Sie die Verwirklichung dieses Ziels feiern?“ Die Coachees können etwa zur Massage gehen, sich etwas Schönes kaufen oder den Erfolg in ihrem Dankbarkeitstagebuch notieren. Wenn die Person Schwierigkeiten hat, ihre Erfolge zu feiern, kann der Coach sie dazu ermutigen, eine Liste von Ideen zu erstellen. Diese kann sie dann in Zukunft einfach nutzen.

 

10. Identifizierung und Aktivierung individueller Stärken

Im Rahmen des ganzheitlichen Coaching-Frameworks von CoachHub können Coachees auf ihre Ziele hinarbeiten, indem sie ihre Stärken identifizieren. Stärkenbasiertes Coaching ist ein gängiger Ansatz, der von vielen digitalen Coaches genutzt wird.

Hierbei geht es darum, auf vorhandenen Stärken aufzubauen, anstatt sich auf Schwächen zu konzentrieren. So wird die Entwicklung gefördert. „Bei meinem Coaching fokussiere ich mich darauf, das bereits vorhandene Potenzial zu stärken“, erklärt CoachHub-Coach Dieter Wunderlich. „Ich bin sozusagen ein Stärken-Coach. Ich helfe den Leuten, ihre natürlichen Stärken und Begabungen zu erkennen und zu nutzen.“

Obwohl das Coaching ein sehr individueller und persönlicher Prozess ist, haben Studien gezeigt, dass es allgemein bewährte Coaching-Übungen und Frameworks gibt. Anfängliche Self-Assessments bieten eine effektive Grundlage, weil sie Coachees helfen, sich selbst besser zu verstehen, und Coaches dabei unterstützen, ihre Kund:innen besser zu verstehen. Darüber hinaus bieten Coaching-Sessions einen psychologisch sicheren Raum, in dem die Teilnehmenden über kritisches Feedback am Arbeitsplatz sprechen und ihre emotionale Resilienz stärken können. Digitales Coaching hilft den Coachees, äußerst effektive und inspirierende Führungskräfte zu werden.

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