Remote Coaching: wie es funktioniert und warum es so erfolgreich ist

CoachHub · 24 November 2021 · 7 min read

Der Remote-Coaching-Trend verstärkte sich während der Pandemie, da viele Organisationen auf digitale Unterstützung für ihre wachsende mobile Belegschaft angewiesen waren. Obwohl es das Remote Coaching schon davor gab, zeigt die ICF Global Coaching Study 2020, dass die Mehrheit der Coaches seit März 2020 die Nutzung von Audio- und Video-Plattformen erhöht hat (74%). Kann Remote Coaching funktionieren? Und wenn ja, wie?

Geschichte und Wirkung des traditionellen Coachings

Als ein relativ neues Feld hat das Business-Coaching seinen Ursprung in den späten 1960er-Jahren, wobei es erst in den 1980er-Jahren eine größere Verbreitung fand. Zu den Pionieren der Branche zählen Organisationen wie etwa Personnel Dimensions, Inc., gefolgt von Visionären wie John Whitmore, Laura Whitworth und Thomas Leonard. Frühe Coaching-Modelle wie das GROW- und das Co-Active-Modell wurden seitdem auf ihre Effektivität und ihre Beschränkungen hin geprüft.

Vor dem aktuellen Trend zur Demokratisierung des Business-Coachings (d. h. Bereitstellung von Coaching-Angeboten auf allen Ebenen einer Organisation) war das Coaching ausschließlich Führungskräften vorbehalten. In der Literatur der frühen 2000er-Jahre wurde das Coaching definiert als „… kurzfristige Beziehung zwischen einer Führungskraft und einem Beratenden (von innerhalb oder außerhalb der Organisation) … zum Zweck, ein spezifisches, einvernehmlich definiertes Ziel zu erreichen“.

Obwohl es nur sehr wenige Studien zum ROI des Coachings in den 1970er- und 1980er-Jahren gibt, weist eine Publikation von Manchester Review aus dem Jahr 2001 auf positive Ergebnisse hin. Dem Bericht zufolge lag der „ROI bei konservativer Betrachtung (für die 43 Teilnehmenden, die eine Schätzung abgaben) durchschnittlich bei knapp 100.000 USD bzw. beim 5,7-Fachen der anfänglichen Investition in das Coaching“.

Gibt es ähnliche Ergebnisse für die heutigen Remote-Coaching-Dienstleistungen?

Warum funktioniert Remote Coaching?

Eine Studie aus dem Jahr 2011 zum Vergleich von Präsenz-Coaching und Remote Coaching ergab, dass es beim Aufbau von Beziehungen und der Lösungsfindung keine signifikanten Unterschiede gab. Studien zufolge können Unternehmen vom Remote Coaching profitieren, weil es das Well-Being und Engagement der Mitarbeitenden steigert, ihnen ein stärkeres Gefühl der Sinnhaftigkeit vermittelt und die Wirkung des virtuellen Lernens verstärkt – um nur ein paar von vielen Vorteilen zu nennen. Um also die Frage zu beantworten: Ja, Remote Coaching kann definitiv funktionieren. Wie genau, sehen wir uns im nächsten Abschnitt an.

Remote Coaching beeinflusst die psychische Gesundheit und das Well-Being

Das Remote Coaching ist ein wirksames Instrument – nicht nur, um die persönliche Entwicklung zu unterstützen, sondern auch um die psychische Gesundheit und das Well-Being von Mitarbeitenden zu verbessern. In einer zunehmend dezentralen Arbeitswelt, in der jeden Tag neue Stressfaktoren auftauchen, ist das besonders wichtig. Taucht ein Problem auf, bietet der Zugang zu einem Coach die nötige Unterstützung, und zwar genau dann, wenn Mitarbeitende diese benötigt. Studien zeigen, dass virtuelles Einzelcoaching das psychologische Well-Being von Coachees verbessern kann, da es ihre Selbstwahrnehmung schärft und ihre Fähigkeit zur Emotionsregulation verbessert. Durch die Stärkung des sozialen Kontakts kann Einzelcoaching auch Gefühle der Isolation minimieren – ein Problem, das durch die Pandemie verschärft wird.

Remote Coaching gibt Mitarbeitenden ein stärkeres Gefühl der Sinnhaftigkeit

Sinnhaftigkeit bedeutet, dass Angestellte einen Purpose in ihrer täglichen Arbeit sehen und sich somit persönlich erfüllt fühlen. Daten von CoachHub zeigen, dass 91% der Coachees nach dem digitalen Coaching einen tieferen Sinn in ihrer Arbeit finden – ein erfreuliches Ergebnis. Durch Coaching können Mitarbeitende besser verstehen, welchen Beitrag sie zu ihrem Unternehmen leisten, was das Gefühl der Sinnhaftigkeit stärken kann.

Remote Coaching verbessert das Engagement der Mitarbeiter:innen

Im Januar 2021 lag das Engagement der Angestellten bei 39%, das Jahr zuvor noch bei 36% . Dieses Engagement hat sich im letzten Jahrzehnt zwar langsam verbessert, doch immer noch 61%  der Angestellten sind nicht engagiert bzw. antriebslos. Erfreulicherweise zeigt sich allgemein, dass Remote Coaching das Engagement positiv beeinflusst und 96% der CoachHub-Nutzenden sich selbst als engagiert bzw. motiviert sehen (bei anderen aktuellen E-Learning-Plattformen sind es vergleichsweise nur 30%).

Follow-up-Coaching optimiert das virtuelle Lernen

Eine 2021 veröffentlichte Gartner-Studie zur Wirkung des virtuellen Lernens ergab: Die Wahrscheinlichkeit, eine neu erlernte Kompetenz anzuwenden, ist bei Mitarbeitenden, die nach dem Training noch gecoacht werden, um das 1,5-Fache höher als bei Personen, die auf selbstständiges virtuelles Lernen setzen. Das ist deshalb so, weil Coaching hilft, Kompetenzen, die sich ansonsten abstrakt und ohne konkreten Bezug anfühlen, in den richtigen Kontext zu setzen.

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Wie funktioniert Remote Coaching?

Einfach ausgedrückt, hilft digitales Coaching dem Coachee, mit Unterstützung eines Coaches eine Herausforderung zu bewältigen. Wesentliche Elemente des Remote Coaching sind die logistische Struktur, der individualisierte Ansatz, das Matching von Coach und Coachee sowie der Fokus auf Wachstum und Entwicklung. Im Folgenden sehen wir uns das Remote Coaching genauer an.

Struktur des Remote Coaching

Das Remote Coaching basiert auf regelmäßigen Einzelgesprächen mit einem Business-Coach über Video oder Telefon. Eine branchenweit standardisierte Meeting-Häufigkeit gibt es zwar nicht, doch in vielen Fällen finden die Sessions alle 2 Wochen statt. Neben den Live-Sessions kann das Remote Coaching ebenfalls Microlearnings – Übungen außerhalb der Session, wie etwa Self-Assessment und Journaling – sowie SMS/ Textnachrichten zwischen den geplanten Meetings beinhalten.

Zertifizierte Remote Coaches

Da sich theoretisch jeder bzw. jede als Coach bezeichnen darf, bieten Zertifizierungen Kund:innen eine einfache Möglichkeit, die verschiedenen Remote-Coaching-Optionen zu vergleichen. Zu den führenden Coaching-Verbänden gehören unter anderen die International Coaching Federation (ICF) und der European Mentoring & Coaching Council (EMCC). Coaching-Zertifizierungen sind auch deshalb nützlich, weil sie helfen, die Erfahrung von Coaches zu quantifizieren. So haben etwa alle CoachHub-Coaches mindestens 500 Stunden Coaching absolviert, verfügen über mehr als sechs Jahre Erfahrung in einer Führungsposition und sind Mitglied eines größeren Verbands.

Matching von Coach und Coachee

Digitale Coaching-Lösungen wie CoachHub nutzen KI-Technologien, um die am besten passenden Coaches für jeden Coachee zu finden. Matching-Prozesse basieren oft auf Aspekten wie dem Know-how der Coaches, den unmittelbaren geschäftlichen Anforderungen, den Anforderungen rund um Position, Abteilung und Branche sowie den Präferenzen der Coachees. In einer Studie stellte sich heraus, dass die Beziehung zwischen Kund:innen und Coaches von komplementären Stilen (z. B. Management- und Learning-Ansätze) und relevanten berufsbezogenen Erfahrungen profitieren kann. Nachdem eine Organisation festlegt, wer am Coaching teilnehmen soll, beginnt im nächsten Schritt der Matching-Prozess, der sich Studien zufolge als sehr wichtig erwiesen hat.

Individualisierter theoriebasierter Ansatz

Remote Coaching basiert im besten Fall auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist auf die individuellen Anforderungen der einzelnen Coachees zugeschnitten. Bei den meisten Coaching-Beziehungen konzentriert sich die erste Phase auf die Festlegung von Zielen, gefolgt von Gesprächen über Herausforderungen oder Rückschlägen sowie kontinuierlicher Reflexion. CoachHub nutzt ein ganzheitliches Coaching-Framework, das sich auf zwei wesentliche Aspekte konzentriert: persönliches Wachstum und Wachstum als Führungskraft. Insgesamt werden Coaching-Frameworks allerdings je nach Coach und digitaler Coaching-Lösung variieren.

Verarbeitung, Reflexion und Verhaltensänderung

Unabhängig vom spezifischen Coaching-Framework bleibt das übergeordnete Ziel des Remote Coachings in etwa gleich: Coachees den nötigen Raum zu geben, um Gelerntes zu verarbeiten und zu reflektieren, sowie Anreize zu Verhaltensänderungen innerhalb einer Organisation zu bieten. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel eine inklusivere Belegschaft fördern will, kann digitales Coaching helfen, sich selbst mehr zu reflektieren und ein stärkeres Bewusstsein für Unconscious Bias zu entwickeln. Diese Verhaltensänderungen können das Zugehörigkeitsgefühl stärken und die Fairness in der Organisation verbessern.

Wachstum und Entwicklung

Da es sich beim Coaching um einen lösungs- und zielorientierten Prozess handelt, ist die Messung ein wichtiger Aspekt des Remote Coaching. Ihre Entwicklung können Coachees nachverfolgen, indem sie ihren Fortschritt beim Erreichen gesetzter Ziele und Meilensteine im Auge behalten. Organisationen messen die Wirkung des Coaching häufig mittels Umfragen oder mithilfe von Fokusgruppen, die Faktoren wie Well-Being und Mitarbeiter:innenengagement bewerten.

Forscher weisen darauf hin, dass, „obwohl der finanzielle ROI für manche Manager und Organisationen eine attraktive Kennzahl sein mag, Frameworks wie WBEF [Well-Being- und Engagement-Framework] sowie die Zielerreichung eine weitaus aussagekräftigere Messgröße darstellen können“.

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Remote Coaching funktioniert für Mitarbeitende auf allen Ebenen

Im Gegensatz zu früheren Coaching-Versionen ist das heutige Remote Coaching nicht nur dazu da, Performance-Probleme im Vorstand zu beheben. Vielmehr ist es ein leistungsstarkes Instrument, um die Karriereentwicklung von Mitarbeitenden auf allen Ebenen einer Organisation zu stimulieren. Wie Forbes berichtet, hat das „virtuelle Coaching vielen während der Pandemie geholfen, die schwere Zeit zu überstehen und persönlich zu wachsen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr“.

Studien zeigen, dass sich das Remote Coaching positiv auf sehr viele Bereiche auswirken kann – von der psychischen Gesundheit und dem Well-Being von Mitarbeitenden bis hin zu einer besseren Kommunikation zwischen den Teams. Coaching-Beziehungen können auch helfen, einen psychologisch sicheren Raum zu schaffen und die Unternehmenskultur insgesamt zu stärken.

Damit das Remote Coaching funktionieren kann, muss es individualisiert und auf die Anforderungen der einzelnen Coachees zugeschnitten sein. Besonders groß ist der Erfolg mit zertifizierten Coaches, die nutzerfreundliche Technologien einsetzen. 

Forschungsergebnissen zufolge hat das Remote Coaching eine klare Wirkung. Es minimiert nicht nur logistische Kosten gegenüber dem traditionellen Coaching (z. B. für Reisen, Buchung von Räumen), sondern bietet Coaches wie Coachees aufgrund der Ortsunabhängigkeit eine höhere Flexibilität. Führungskräfte können daher das Coaching großflächiger in ihrer Organisation anbieten.

Rufen Sie uns gerne an (+49 30 91739593), senden Sie uns eine E-Mail (mail@coachhub.com) oder vereinbaren Sie eine Produktdemo.

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Die weltweit führende digitale Coaching-Plattform

CoachHub ist die führende globale Talententwicklungsplattform, die es Unternehmen ermöglicht, ein personalisiertes, messbares und skalierbares Coaching-Programm für die gesamte Belegschaft zu erstellen, unabhängig von Abteilung und Karrierelevel. Auf diese Weise profitieren Unternehmen aller Größenordnungen von einer Vielzahl von Vorteilen wie verbessertem Engagement und Bindung der Mitarbeitenden sowie gesteigerter Produktivität. Der globale CoachHub-Pool umfasst über 3.500 zertifizierte Business-Coaches in 90 Ländern auf sechs Kontinenten, die Coachings in über 60 Sprachen anbieten und mehr als 500 Kunden betreuen. Unsere Programme basieren auf dem aktuellsten Forschungs- und Entwicklungsstand unseres Coaching Labs, das von Prof. Dr. Jonathan Passmore und unserem wissenschaftlichen Beirat geleitet wird. CoachHub wird von führenden Tech-Investoren unterstützt, darunter Sofina, SoftBank Vision Fund 2, Molten Ventures, Speedinvest, HV Capital, Partech und Silicon Valley Bank/SVB Capital. Im September 2021 übernahm CoachHub den französischen Digital-Coaching-Pionier MoovOne, um einen globalen Champion aufzubauen, der sich die Demokratisierung des Coachings zur gemeinsamen Aufgabe macht.
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